Posts mit dem Label DCC Translation Editor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label DCC Translation Editor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. Februar 2026

Wie KI bei der Übersetzung für Automatisierungen/Prozessvisualisierungen eingesetzt wird

Die Internationalisierung industrieller Anlagen, Softwarelösungen und Engineering-Projekte führt dazu, dass technische Inhalte mehrsprachig bereitgestellt werden müssen. Besonders im Umfeld der Automatisierungstechnik – beispielsweise bei Engineering-Workflows, HMI-Projekten oder Prozessvisualisierungen – ist Sprache nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern ein sicherheitsrelevanter Faktor. Bedienoberflächen, Alarmmeldungen und Prozessdiagramme müssen eindeutig und konsistent sein, um Fehlbedienungen und Missverständnisse zu vermeiden.

Künstliche Intelligenz (KI) wird heute verstärkt eingesetzt, um Übersetzungsprozesse effizienter zu gestalten. Moderne KI-Übersetzungssysteme können in kurzer Zeit große Textmengen verarbeiten und liefern in vielen Fällen eine hohe sprachliche Qualität. Gleichzeitig zeigt sich jedoch: Gerade bei Automatisierungs- und Prozessvisualisierungsprojekten stößt KI häufig an Grenzen. Der Grund liegt in der typischen Struktur solcher Inhalte – kurze Labels, technische Fachbegriffe und fehlender Kontext erschweren eine korrekte Übersetzung erheblich.

Dieser Blogbeitrag beleuchtet die wichtigsten technischen Grundlagen moderner KI-Übersetzungssysteme, erklärt die Funktionsweise neuronaler Übersetzung und zeigt, warum eine Kombination aus KI und menschlicher Kontrolle im Automatisierungsumfeld unverzichtbar ist.


Arten von KI-Übersetzungssystemen

Maschinelle Übersetzungssysteme haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt. Dabei lassen sich drei wesentliche Generationen unterscheiden.

Die erste Generation waren regelbasierte Übersetzungssysteme (Rule-Based Machine Translation, RBMT). Diese Systeme arbeiteten mit fest kodierten Grammatikregeln und Wörterbüchern. Der Vorteil war eine nachvollziehbare Übersetzungslogik, der Nachteil jedoch der enorme Pflegeaufwand. Fachbegriffe und Domänensprache mussten manuell gepflegt werden, wodurch RBMT-Systeme in dynamischen technischen Umgebungen kaum skalierbar waren.

Später etablierten sich statistische Übersetzungssysteme (Statistical Machine Translation, SMT). Sie basierten nicht mehr auf expliziten Regeln, sondern auf Wahrscheinlichkeiten: Aus großen Mengen zweisprachiger Texte wurde gelernt, welche Wortfolgen in der Zielsprache am wahrscheinlichsten sind. SMT lieferte häufig bessere Ergebnisse als RBMT, hatte jedoch Schwierigkeiten bei komplexen Satzstrukturen und erzeugte oft grammatikalisch oder stilistisch unnatürliche Übersetzungen.

Heute dominieren neuronale Übersetzungssysteme (Neural Machine Translation, NMT). Diese Systeme nutzen Deep Learning, um Übersetzungen kontextbezogen zu generieren. Statt einzelne Wörter zu ersetzen, werden ganze Satzstrukturen modelliert. Dadurch wirken die Ergebnisse deutlich natürlicher und konsistenter. Moderne Tools wie DeepL oder Google Translate basieren auf dieser Technologie.

Für technische Dokumentationen oder Fließtexte liefert NMT in vielen Fällen sehr gute Ergebnisse. In Automatisierungsprojekten, insbesondere bei HMI-Texten oder Prozessdiagrammen, ist jedoch entscheidend, wie viel Kontext dem System zur Verfügung steht.


Wie funktioniert neuronale Übersetzung?

Neuronale Übersetzungssysteme basieren typischerweise auf der Transformer-Architektur, die speziell für die Verarbeitung natürlicher Sprache entwickelt wurde. Transformer-Modelle arbeiten nicht sequenziell wie klassische RNNs, sondern können den gesamten Satz parallel analysieren. Das ermöglicht eine deutlich bessere Verarbeitung komplexer Abhängigkeiten innerhalb eines Satzes.

Der Übersetzungsprozess beginnt mit der Zerlegung des Textes in sogenannte Tokens. Tokens sind meist Wörter oder Wortbestandteile. Anschließend analysiert das Modell die Beziehungen dieser Tokens untereinander. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte Attention-Mechanismus: Er erlaubt dem Modell, relevante Teile eines Satzes gezielt zu gewichten. Dadurch kann das System beispielsweise erkennen, welche Begriffe zusammengehören oder welche grammatikalischen Abhängigkeiten bestehen.

Auf Basis dieser Analyse generiert das Modell die Übersetzung Token für Token. Dabei entstehen nicht nur direkte Wortübersetzungen, sondern auch strukturelle Anpassungen: Wortstellung, Flexion und sprachtypische Formulierungen werden automatisch berücksichtigt.

Wichtig ist jedoch: Auch wenn die Übersetzung natürlich wirkt, „versteht“ die KI Sprache nicht im menschlichen Sinne. Die Entscheidungen basieren auf Mustern und Wahrscheinlichkeiten, die aus Trainingsdaten gelernt wurden. Genau dieses Prinzip führt dazu, dass KI besonders stark von Kontext abhängt. Je weniger Kontext vorhanden ist, desto höher ist das Risiko von Fehlinterpretationen.


Kombination von KI und menschlicher Arbeit

In professionellen Übersetzungsprozessen wird KI selten als vollständig autonomes System eingesetzt. Stattdessen hat sich ein hybrider Ansatz etabliert, der KI mit etablierten Übersetzungswerkzeugen und menschlicher Kontrolle kombiniert.

Ein zentraler Baustein ist das sogenannte Post-Editing. Dabei wird eine KI-Übersetzung von einem Übersetzer oder Fachexperten überprüft und korrigiert. Dieser Ansatz reduziert den Aufwand erheblich, da sich der Mensch auf kritische Stellen konzentrieren kann, anstatt jede Übersetzung vollständig neu zu erstellen.

Zusätzlich werden häufig zwei weitere Technologien genutzt:

Terminologie-Management (Glossare): Eine Terminologie-Datenbank stellt sicher, dass definierte Fachbegriffe konsistent übersetzt werden. Im Automatisierungsumfeld ist dies entscheidend, da Begriffe wie „Quittieren“, „Freigabe“, „Störung“ oder „Übersetzen“ in einer spezifischen Fachlogik verwendet werden.

Translation Memory (TM): Ein Translation Memory speichert bereits geprüfte Übersetzungen und schlägt sie bei ähnlichen Texten automatisch wieder vor. In Automatisierungsprojekten, in denen sich Bedienoberflächen und Prozessschritte stark wiederholen, erhöht TM die Konsistenz und reduziert die Übersetzungszeit.

Gerade in industriellen Projekten sind diese Komponenten nicht nur Qualitätsfaktoren, sondern auch wirtschaftlich relevant: Wiederholungen lassen sich effizient wiederverwenden, während neue Inhalte kontrolliert ergänzt werden.


KI übersetzt isolierte Textfragmente ohne Prozesskontext: die zentrale Herausforderung

Während neuronale Übersetzungssysteme bei vollständigen Sätzen sehr leistungsfähig sind, treten bei Prozessvisualisierungen und Automatisierungssystemen häufig Probleme auf. Der Grund liegt in der typischen Struktur dieser Inhalte.

HMI-Projekte oder Prozessdiagramme bestehen oft nicht aus Fließtext, sondern aus sehr kurzen Labels oder Einzelbegriffen, zum Beispiel:

  • „Anlage“
  • „Laden“
  • „Übersetzen“
  • „Quittieren“
  • „Störung“
  • „Reset“

Solche Begriffe sind ohne Kontext mehrdeutig. Das Wort „Anlage“ kann im Automatisierungsumfeld beispielsweise eine Produktionsanlage („Plant“), eine Maschine („Machine“) oder den Vorgang des Erstellens („Create“) bedeuten. Ohne Zusatzinformationen entscheidet das KI-System anhand statistischer Wahrscheinlichkeiten. Das Ergebnis ist dann möglicherweise sprachlich korrekt, aber fachlich falsch.

Ein besonders typisches Beispiel ist der Begriff „Übersetzen“ im SIMATIC TIA Portal. In der allgemeinen Sprache wäre „Translate“ naheliegend. Im Engineering-Kontext beschreibt der Begriff jedoch häufig den Vorgang des Kompilierens, sodass „Compile“ die korrekte Übersetzung ist. Ohne Domänenwissen und Kontext kann KI hier leicht Fehlübersetzungen erzeugen, die in der Praxis zu Missverständnissen führen.

Dieses Problem ist bei TIA HMIs besonders relevant, da HMIs häufig sehr kurze Textelemente enthalten, die exakt auf die Bedienlogik abgestimmt sind. Ein falsch übersetzter Button oder Alarmtext kann im Betrieb schwerwiegende Folgen haben, weil Bediener Aktionen falsch interpretieren könnten.

Die Kernaussage lautet daher:

KI-Übersetzung ist stark kontextabhängig – Prozessvisualisierungen liefern jedoch oft nur isolierte Textfragmente.


Mögliche technische Ansätze zur Verbesserung der Übersetzungsqualität

Um KI-Übersetzungen in Automatisierungs- und Prozessvisualisierungsprojekten zuverlässig einzusetzen, ist eine technische Kontextanreicherung notwendig. Das bedeutet, dass Texte nicht isoliert übersetzt werden, sondern zusammen mit strukturierten Metadaten.

Im SIMATIC WinCC Umfeld lassen sich beispielsweise folgende Informationen als Kontext nutzen:

  • Screen-Name (z. B. „AlarmOverview“)
  • UI-Element-Typ (Button, Label, Tooltip)
  • Control-Name und Property (z. B. Button.Text)
  • Bindings zu PLC-Tags oder Funktionen
  • Nachbartexte auf dem gleichen Screen
  • Modul- oder Anlagenbezug (z. B. Motorsteuerung, Pumpenstation)

Aus diesen Informationen könnten Übersetzungssysteme automatisch eine Kontextbeschreibung generieren, beispielsweise:

„HMI-Button in SIMATIC WinCC: Quittieren eines Alarms.“

Dadurch kann die KI die korrekte Übersetzung „Acknowledge“ wählen, anstatt unpassende Varianten wie „Confirm“ oder „Approve“ zu erzeugen.

Zusätzlich sollten automatische Qualitätsprüfungen (Quality Gates) integriert werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Längenprüfungen für UI-Elemente (Buttons und Tabs haben begrenzten Platz)
  • Erhalt von Platzhaltern und Variablen ({0}, ${Tag}, etc.)
  • Konsistenzprüfungen innerhalb eines Projekts
  • Glossar-Validierung, um Terminologie zu erzwingen
  • Risikobewertung: kurze oder mehrdeutige Begriffe werden automatisch zur manuellen Prüfung markiert

Durch diesen Ansatz wird KI nicht als „Black Box Übersetzer“ eingesetzt, sondern als Teil eines kontrollierten technischen Workflows.


Fazit

KI wird in Übersetzungsprozessen heute vor allem über neuronale Übersetzungssysteme eingesetzt, die auf Deep Learning und Transformer-Architekturen basieren. Diese Systeme liefern bei Fließtexten eine hohe Qualität und ermöglichen eine schnelle Skalierung mehrsprachiger Inhalte.

In Automatisierungs- und Prozessvisualisierungsprojekten treten jedoch besondere Herausforderungen auf: Die Texte sind häufig kurz, technisch geprägt und ohne Kontext mehrdeutig. KI-Systeme treffen in solchen Fällen probabilistische Entscheidungen, wodurch Fehlübersetzungen entstehen, die in industriellen Umgebungen kritisch sind.

Die zuverlässigste Lösung besteht daher in einem hybriden Ansatz. KI-Übersetzung wird mit Terminologie-Management, Translation Memory, Kontextanreicherung und menschlichem Post-Editing kombiniert. So kann KI im Automatisierungsumfeld effizient eingesetzt werden, ohne die notwendige technische Präzision und Sicherheit zu gefährden.

Damit wird KI nicht zum Ersatz menschlicher Übersetzer, sondern zu einem leistungsfähigen Werkzeug, das Übersetzungsprozesse beschleunigt, standardisiert und langfristig qualitativ verbessert – insbesondere in komplexen technischen Umgebungen wie der industriellen Automatisierung und Prozessvisualisierung.

Mittwoch, 4. Mai 2022

Neue Version vom DCC Translation Editor liest und schreibt TIA V17 Textexporte

Die neue Version V5.0 des DCC Translation Editor liest und schreibt jetzt zusätzlich auch die TIA V17 Textexportdateien.

Ab Version 5 setzt der DCC Translation Editor auf das Dotnet-Framework 4.8 auf und ist ebenso für Windows 11 freigegeben. 


Der DCC Translation Editor bietet Funktionen zur Bearbeitung von csv-, xls-, xlsx- und txt-Dateien aus WinCC, WinCC flexible und SIMATIC TIA.

Features:

  • Einfache Identifikation von Übersetzungsfehlern, falschen Zahlen und fehlenden Satzzeichen durch sieben Qualitätssicherungsfilter
  • Einfaches Einpassen in die Prozessvisualisierung durch die Markierung zu langer Übersetzungen
  • Formatsicherheit durch vollständiges Dateiformat-Handling bei der Übersetzung außerhalb der Projektierung
  • Bessere Verständlichkeit durch übersichtliche Tabellenform
  • Einfaches Suchen/Ersetzen mit Platzhaltern, regulären Ausdrücken oder beliebigen Texten
  • Einfache Filterung der Übersetzungstexte nach leeren Texten, nicht leeren Texten oder beliebigen Texten
  • Automatische Übersetzung durch Integration von DeepL, Microsoft Bing & Google Translate

Dienstag, 16. Oktober 2018

Simatic WinCC 7.5 - Was ist Neu?

Simatic WinCC 7.5 ist Anfang Oktober 2018 erschienen. Bei der behutsamen Weiterentwicklung bekam WinCC jetzt einige Funktionen, die das Arbeiten einfacher und übersichtlicher machen und auch im TIA Portal vorhanden sind.

DCC Translation Editor

Der DCC Translation Editor kann die Änderungen im Exportformat des Text-Distributors weiterhin bearbeiten. Texte können problemlos gelesen, bearbeitet und geschrieben werden.

Registerkarte Texte

Im Graphics Designer wurde im Fenster Objekteigenschaften eine Registerkarte ergänzt, mit der die Text-Attribute der jeweiligen Runtime-Sprachen bearbeitet werden können. In der Registerkarte lassen sich die Texte und Fonteinstellungen übersichtlich für die Texte eines Bildes oder eines Textobjektes bearbeiten.
Text-Attribute bearbeiten


Ordnung der Bilder in Ordnern

Die Projektierungsbilder lassen sich jetzt in Ordnern strukturieren. Dazu können die Bilder per Drag und Drop in Ordner verschoben werden. Die Ordner sind auch in der Exportdatei vom Text-Distributor zu finden.

Sprache in MessageBoxen bei MultiLanguage-Installation

In der Hilfe von WinCC wird darauf hingewiesen, dass in MultiLanguage-Installationen die Buttons für Ja/Nein, OK/Abbrechen immer in Englisch beschriftet bleiben. Das muss nicht so sein, in einem vorherigem Post haben wir aufgezeigt, wie dies mit wenigen Zeilen C-Code zu ändern ist. Damit zeigen auch die Buttons die richtige Sprache an.
Chinesischer Text in Messagebox mit chinesischen Buttons auf deutschem Betriebssystem


Donnerstag, 3. Mai 2018

Der DCC Translation Editor bietet eine Schnittstelle zu DeepL, dem neuen Stern am Himmel der maschinellen Übersetzung

Der DCC Translation Editor bietet seit langer Zeit eine Schnittstelle zur Einbindung von webbasierten maschinellen Übersetzungsdiensten. Über diese Schnittstelle kann jetzt auch DeepL eingebunden werden. In der Vergangenheit wurden als Übersetzungsdienste bereits Google Translate und der Microsoft Translator berücksichtigt.

DeepL wurde von einem deutschen Unternehmen entwickelt und steht im Ruf besonders gute Übersetzungen zu liefern. Bei allen maschinellen Übersetzungen sollte berücksichtigt werden, dass die Dienste für Fliesstext entwickelt wurden und bei nicht vollständigen Sätzen bzw. Fragmenten ihre Probleme haben, siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinelle_%C3%9Cbersetzung.

Die neue Funktion befindet sich bei DCC aktuell im Betatest und wird mit dem nächsten Release des DCC Translation Editors für alle Nutzer verfügbar sein.

Im unteren Fenster AutoTranslation sind die drei Übersetzungen der verschiedenen Dienste zu sehen.
Für die Nutzung von Google Translate und DeepL sind Registierungen auf Seite der Dienstanbieter notwendig, beide Dienste sind kostenpflichtig.

Die Registrierung bei DeepL bzw Google Translate kann unter den folgenden Urls gestartet werden.

Weitere Links zu DeepL bzw maschinelle Übersetzung:

Mittwoch, 14. März 2018

DCC Translation Editor kann die Projekttexte von TIA V15 lesen und schreiben.

Der DCC Translation Editor in der Version 4.3 kann die Exporte der Projekttexte von TIA V15 lesen und schreiben. Eine aktuelle Version von DCC Translation Editor können Sie unter der folgenden Url herunterladen: http://download.translation-editor.com/download/SetupTE_4.3.17215.4389.zip

DCC Translation Editor verarbeitet TIA V15 Projekttexte


Weitere Infos zum DCC Translation Editor: https://www.dcc-global.com/produkte.html

Weiteres zum DCC Translation Editor in diesem Blog: https://sw-i18n.blogspot.de/search/label/DCC%20Translation%20Editor

Montag, 2. Mai 2016

DCC Translation Editor unterstützt WinCC v7.4 vollständig

WinCC in der Version 7.4 überstützt jetzt auch Windows 10 und hat dafür eine Freigabe erhalten. Auch sind alle bisherigen Updates von WinCC 7.3 in WinCC 7.4 eingeflossen. Siemens hat die Änderungen auf dieser Seite zusammengefasst: https://support.industry.siemens.com/cs/document/109483726/lieferfreigabe-simatic-wincc-v7-4?dti=0&lc=de-WW
WinCC v7.4

Das Exportformat des Text Distributors ist unverändert, so dass der Translation Editor auch WinCC v7.4 vollständig unterstützt.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Terminologie und Translation Memory – Was ist das noch mal?

Terminologe und Translation Memory werden beide häufig verwechselt, die Begriffe klingen ähnlich und beide haben häufig mit Übersetzungen zu tun. Im Folgenden versuche ich ein wenig Klarheit in die Begriffe zu bringen.

Die Terminologie wird bei Wikipedia als die Menge aller Fachausdrücke (Termini) eines Fachgebiets beschrieben. Die Speicherung erfolgt in Terminologiedatenbanken. Für Übersetzungen bestehen die Einträge der Terminologiedatenbanken häufig aus einer Beschreibung oder Erläuterungen eines Begriffes und der Übersetzungen in die Zielsprache. Die Terminologiedatenbank dient der Einhaltung bei Terminologie bei der Texterstellung. Beispielsweise können damit auch ‚verbotene’ Begriffe der Konkurrenz vermieden werden.

Im Translation Memory werden die übersetzten Texte für die weitere Verwendung gespeichert, sei es beim gleichen Text oder bei späteren Übersetzungen. Bei der Erstellung der Übersetzung werden die Texte dann im Translation Memory gesucht und vorgeschlagen.

Das Bild zeigt wann Terminologie und Translation Memory verwendet werden


Bei der Suche im Translation Memory werden auch ähnliche Texte gefunden, wie das folgende Beispiel zeigt. Zum Text „Oberstempelanschlag unten“ werden im Translation Memory die folgenden ähnlichen Texte gefunden: „Sollwert Oberstempelanschlag unten“, „Oberstempelanschlag“, „Oberstempel unten“, „Sollposition des Oberstempelanschlages unten“, „Anschlagverstellung unten“, „Oberstempelanschlag unten motorisch weiter nach oben fahren“ und „Oberstempelanschlag oben motorisch weiter nach unten fahren“. Die Ähnlichkeit der Texte kann mit verschiedenen Verfahren ermittelt werden, eines ist die Levenshtein-Distanz. Die Levenshtein-Distanz zwischen zwei Zeichenketten ist die minimale Anzahl von Einfüge-, Lösch- und Ersetz-Operationen, um die erste Zeichenkette in die zweite umzuwandeln
Translation Memory zum Text "Oberstempelanschlag unten", die linke Spalte zeigt die Ähnlichkeit zum Ausgangstext als Prozentwert und mit hinterlegter Farbe (identische Texte sind grün, dann geht es von gelb nach rot absteigend)

Freitag, 15. November 2013

Fehler beim Textexport mit dem Text Distributor von WinCC 7 und WinCC 7.2

Für den Textexport aus WinCC 7 haben wir bei DCC global eigene VB-Scripte geschrieben, damit der Text in beliebigen Sprachen exportiert werden kann. WinCC 7.0 hat beim Im- und Export eine signifikante Einschränkung. Es können nur Sprachen aus dem gleichen Sprachraum und Englisch exportiert werden. Mit den DCC-eigenen Skripten existiert diese Beschränkung nicht. So exportieren wir mit unseren eigenen Skripten bei WinCC 7 beliebige Sprachkombinationen. Jetzt haben wir in WinCC 7.2 den Textexport mit dem Text Distributor wieder einmal verwendet und sind auf einen Fehler im Exportformat gestoßen, der auch in WinCC 7.0 enthalten ist.

Der Fehler tritt durch die fehlende Verdoppelung von Anführungszeichen beim Export auf. Texte werden in Anführungszeichen gestellt, wenn das Spaltentrennzeichen in dem Text vorhanden ist. Das Spaltentrennzeichen ist bei csv-Dateien das Semikolon ";" und bei txt-Dateien das Tabulatorzeichen (0x09). Mit diesem Wissen kann ein Text zusammengebaut werden, der beim Ex- und folgenden Import in WinCC zu Fehlern führt.


Beispiel für den Export in csv-Dateien

In einem Static Text-Objekt wird der folgende Text geschrieben:
Text1";"Text2
Es beginnt mit einem beliebigem Text, dann folgt die Kombination Anführungszeichen, Semikolon, Anführungszeichen und dann wieder ein beliebiger Text.

Beim Export mittels des Text Distributors wird aus dem obigen Text dann
"Test1";"Text2"
Die äußeren Anführungszeichen sind durch den Export ergänzt worden. In einer csv-Datei sind aus dem einen Text damit zwei Spalten, getrennt durch das Semikolon geworden.


Beispiel für den Export in txt-Dateien

Für eine txt-Datei wird ein ganz ähnlicher Text, wie bei einer csv-Datei zusammengebaut. Als Spaltentrennzeichen fungiert bei txt-Dateien das Tabulatorzeichen. Das Tabulatorzeichen (→) kann über die Tastatur mit <STRG><TAB> eingegeben werden. Der Text lautet:
Text1"→"Text2
Im WinCC Graphics Designer wird das Zeichen "→" nicht angezeigt, sondern nur ein Leerraum. Beim Export wird aus dem obigen Text
"Text1"→"Text2"
Wieder sind die äußeren Anführungszeichen durch den Export ergänzt worden. In der txt-Datei sind damit wieder zwei Spalten entstanden.


Welche WinCC Versionen sind betroffen?

Der Fehler tritt in allen WinCC 7.0 WinCC 7.2 Versionen auf.


Warum ist der Fehler kritisch?

Die exportierten csv- und txt-Dateien lassen sich mit WinCC 7.2 mittels Text Distributor nicht mehr importieren, es tritt ein Fehler auf. Die folgende Hardcopy zeigt den Fehler beim Import aus txt-Dateien.



Lösung

Für eine Lösung bei den txt-Dateien sind zwei unterschiedliche Vorgehensweisen denkbar:
a) Das Spaltentrennzeichen (<Tab>) wird wie ein Zeilenumbruch kodiert, z.B. mit {TAB} und Texte mit <Tab>-Zeichen werden nicht mehr mit Anführungsstrichen umgeben
Bsp.: Text1"{TAB}"Text2
oder b) die Anführungszeichen innerhalb von Texten werden verdoppelt, einfache Anführungszeichen sind dann Feldbegrenzer, wenn ein Spaltentrennzeichen oder Feldbegrenzer im Text vorkommt.
Bsp.: "Text1""→""Text2"

Für eine Lösung bei den csv-Dateien bietet sich das folgende Verfahren an: Die Anführungszeichen werden innerhalb von Texten verdoppelt. Der obige Text würde dann in der csv-Datei wie folgt geschrieben:
"Text1"";""Text2"

Für beide Lösungsansätze muss der Softwarehersteller, also Siemens aktiv werden.

Donnerstag, 29. August 2013

Neue Version des DCC Translation Editor 4.2

Wir bei DCC global haben eine neue Version des DCC Translation Editor veröffentlicht. Der DCC Translation Editor ist ein Tool, welches spezialisiert ist auf das komfortable und effiziente Ändern und Pflegen von mehrsprachigen SIMATIC Projektierungen.

In der Version 4.2 sind neu:


  • Unterstützung des Dateiformates von TIA Portal V11SP2 und V12
  • Unterstützung des Dateiformates von WinCC 7.2
  • Vollständig neuer Import-/Exportfilter für xlsx-Dateien 
  • Kopieren von Text im rtf-Format vom DCC Translation Editor nach Word, OpenOffice Writer oder LibreOffice
  • Bugfixing 


Unterstützung neuer Dateiformate

In den neuen Versionen des TIA Portals wurde in den xlsx-Formaten intern einiges geändert. Dies erforderte Anpassungen in unserem xlsx-Reader/Writer. Wir haben uns nach interner Diskussion entschieden, den eigenen xlsx-Treiber zu entfernen und auf EPPlus http://www.codeplex.com/EPPlus zu setzen. Diese Bibliothek (LGPL) bietet tolle Funktionen und erfüllt ihre Aufgaben exzellent. Bei den Tests haben wir in der aktuellen Version 3.1.3 von EPPlus auch einen klitzekleinen Bug (https://epplus.codeplex.com/workitem/14849) gefunden, den wir korrigiert und an den Entwickler gemeldet haben. 

Bei TIA V12 ist jetzt auch das Office Open XML-Format (xlsx) näher an der Formatdefinition von Microsoft herangerückt. Der in den vorherigen Versionen fehlende Tag <fill><patternFill patternType=\"gray125\" /></fill> wurde von Siemens im Bereich \xl\styles.xml ergänzt.

In TIA V12 sind die Variablen jetzt mit Anführungsstrichen umgeben. In der xlsx-Datei steht die Variable in der folgenden Notation: "Konfiguration_DB_Ofen.Konf_X_min_Netzausfallzeit". In den vorherigen Versionen wurden die Variablen nicht mit Anführungsstrichen umschlossen. Die Version 4.2 des Translation Editors kann mit den Variablen in Anführungsstrichen umgehen.

Kopieren von Text im RTF-Format

Beim Kopieren von Text aus dem DCC Translation Editor in eine Textverarbeitung wird jetzt das rtf-Format für die Zwischenablage genutzt. Damit werden die Texte in Word, LibreOffice oder OpenOffice optisch wie im Translation Editor eingefügt.
Kopieren von Text nach Word, LibreOffice oder OpenOffice

Download 

Die neue Version kann unter der folgenden Url heruntergeladen werden: http://download.translation-editor.com/download/SetupTE_4.2.13241.3964.exe

Updates werden auch über den automatischen Updatemechanismus verteilt. Der Lizenzschlüssel bleibt weiterhin gültig.

Freitag, 22. März 2013

Qualitätsgesicherte Sprachumschaltung – Wie wird dies erreicht?

Die Erstellung der Sprachumschaltung für eine Prozessvisualisierung kann grob in zwei Bereiche unterteilt werden. Der erste, offensichtliche Bereich betrifft die Übersetzung bzw. das Übersetzungsmanagement. Der zweite Bereich betrifft die Projektierungstechnik.

In diesem Blogeintrag wird das Übersetzungsmanagement betrachtet, ein folgender Blogeintrag wird sich mit der Projektierungstechnik beschäftigen.

Das Übersetzungsmanagement umfasst den Aufbau der Terminologie, die Erstellung der Übersetzung, die Kontrolle und das Lektorat. Beim Aufbau der Terminologie werden die wesentlichen Begriffe einer Visualisierung festgehalten, beschrieben und übersetzt. Unbekannte Begriffe werden mit dem Kunden geklärt. Diese zweisprachige Terminologie wird später für die Kontrolle der Übersetzung verwendet. Die Übersetzung wird mit Hilfe eines Translation Memory durchgeführt. Aus diesem Translation Memory werden bei der Übersetzung alle ähnlichen Texte angezeigt und können vom Übersetzer übernommen und weiter verarbeitet werden. Gleichzeitig werden Texte nach der Übersetzung in dem Translation Memory gespeichert.

Der folgende Screenshot zeigt ein Übersetzungstool mit dem zu übersetzenden Text, dem Translation Memory in der unteren Tabelle und der Kontextterminologie rechts. In der Kontextterminologie werden nur die Terminologieeinträge angezeigt, die zum aktuellen Text passen. Im dem unten stehenden Translation Memory werden gleiche und ähnliche Quelltexte mit Übersetzungen angezeigt. Die Ähnlichkeit der Texte kann schnell durch die Farbe (Grün, Gelb, Rot) und dem Prozentwert vor dem Text erfasst werden.

DCC Translation Editor in der Enterprise Edition





So soll im Beispiel oben der Text „Zentralschmierung Fermenter“ übersetzt werden. In der Terminologie (rechts) werden die Terminologieeinträge „Fermenter“ und „Zentralschmierung“ mit den zugehörigen Übersetzungen angezeigt. Im Translation Memory (unten) werden auch ähnliche Texte, wie in diesem Beispiel „Zentralschmierung Fermenter Austragsseite“ und „Zentralschmierung Fermenter Eintragsseite“ angezeigt. Die Ähnlichkeit zwischen dem zu übersetzenden Text und den Texte im Translation Memory beträgt 65% bzw. 63%. Der Übersetzer kann sich bei der Übersetzung an den ähnlichen Texten orientieren.

Nach dem Übersetzungsprozess wird mit den QS-Filtern (Qualitätssicherungsfilter) die Übersetzung überprüft. Dabei wird in der Quell- und Zielsprache nach unterschiedlichen Ziffern, Satzzeichen, Formatierungen (Fett, Unterstrichen, …) und Anzahl der Zeilen gesucht. Die Texte der Zielsprache werden anschließend auf Rechtschreibfehler überprüft. Dazu wird ein Filter aufgerufen, der nur Texte mit Rechtschreibfehlern anzeigt. Ein weiterer Filter zeigt Texte, die nicht passend zur Terminologie übersetzt wurden. Die so gefundenen Texte können dann nachgearbeitet werden. Die Überprüfung mit den QS-Filtern ist ein wesentlicher Schritt der Qualitätssicherung im Bereich der Übersetzung, da hiermit die typischen Übersetzungsfehler gefunden und korrigiert werden. Diese QS-Filter werden nach Fertigstellung der Übersetzung ebenso durch den Lektor durchgeführt.

Nach der Übersetzung folgt die Kontrolle der Übersetzung durch einen weiteren Übersetzer, die die Texte gegenliest und ggfs. Korrekturen vornimmt. Anschließend werden die Texte vom Lektor mit den oben skizzierten QS-Filtern abermals überprüft und ggfs. werden Formatierungen wie Leerzeichen, Fettschreibung, Groß-/Kleinschreibung und die Textlänge korrigiert.

Die Einhaltung der oben skizzieren Schritte zur Qualitätssicherung werden durch einen Vorgangsbeleg dokumentiert.

Die weiteren Schritte erfolgen im Bereich der Projektierungstechnik und sind Inhalt eines folgenden Blogeintrages.

Montag, 19. November 2012

Neue Website und Umfirmierung

Vierzehn Jahre nach der GmbH-Gründung haben wir uns umbenannt. Aus Display of Chinese Characters GmbH, kurz: DCC wurde die DCC global GmbH. Mit der Namenserweiterung global tragen wir der mittlerweile vollzogenen Angebotserweiterung für Sprachumschaltungen von den asiatischen Sprachen auf alle Weltsprachen Rechnung. Der Unternehmenssitz, Unternehmenszweck und die Eigentümerstruktur bleiben ebenso unverändert wie unsere Steuernummer und Bankverbindungen.

Neue Website: http://www.dcc-global.com

Gleichzeitig haben wir unsere Website radikal erneuert und an die Kundenanforderungen angepasst: Einfach und verständlich erfolgt die Darstellung der Leistungen und Angebote.

Video zum Thema Sprachumschaltung

Unterstützt wird dies von zwei Videos, die sehr kurzweilig das Thema Sprachumschaltung und Translation Editor behandeln.

Mittwoch, 30. November 2011

Neue Version des DCC Translation Editor 4.1 released

Zur Messe SPS/IPC/DRIVES haben wir bei DCC die Version 4.1 des DCC Translation Editor released. Neue Funktionen sind:
  • Unterstützung des SIMATIC TIA Formates der V11
  • Neue Qualitätssicherungsfilter
DCC Translation Editor 4.1

Die Sprachexportdateien von SIMATIC TIA werden jetzt unterstützt. SIMATIC TIA schreibt und liest die Ex- und Importdaten im Open XML Format. Das Open XML Format verwendet XML für die Datenspeicherung komprimiert die Daten mittels zip. Für dieses Format ist jetzt ein eigener Reader/Writer im Translation Editor implementiert.

Bei den QS-Filtern gibt es drei Neuerungen:
  1. Unterschiedliche Zeilenanzahl in Quell- und Zielsprache
  2. Unterschiedliche Formatierungen in Quell- und Zielsprache
  3. Unterstützung des Google Translate API v2
Mit beiden QS-Filtern können Unterschiede zwischen der Quell- und Zielsprache gefunden werden. Beides dient dem Finden von Fehlern in der Übersetzung.

Durch die Unterstützung des Google Translate APIs können die automatischen Übersetzungen von Google weiterhin genutzt werden. Im DCC Translation Editor ist unter Extras, Optionen ist der eigene API-Key einzutragen.

Bestandskunden updaten automatisch auf die neue Version. Die neuen QS-Filter und der Zugriff auf Google Translate v2 stehen ihnen nach dem Update kostenlos zur Verfügung.

API-Key für Google Translate v2
Informationen zum DCC Translation Editor: http://www.dcc-global.com/uebersetzung/tools/translation-editor.html

Download der Demoversion: http://www.dcc-global.com/uebersetzung/download/dcc-translation-editor.html